Hi, Hallo, Hoi!

Warum Grenzgängerin und was soll das überhaupt bedeuten?

Nun ja, zurzeit fühlt es sich an, also ob ich alle Vorzüge und Herausforderung der EU hautnah erleben kann und da manche Erfahrungen, die ich mache so surreal sind, möchte ich sie hier gerne festhalten.

Was macht meine Situation so besonders?

Ich bin deutsche Staatsbürgerin und arbeite für eine niederländische Universität. Was ist daran so ungewöhnlich? Nun, im Rahmen des EU Projekts in dem ich angestellt bin, soll ich auch gute 1 1/2 Jahre bei einem unserer Partner verbringen – in Großbritannien. Zusammengefasst heißt das, ich bin eine Deutsche, die für eine niederländische Uni arbeitet und in England lebt. Wie man sich vorstellen kann, birgt so eine Konstellation ein gewisses Potenzial für nennen wir es herausfordernde Situationen.

Das fängt schon mit der Ausgangssituation an. Da ich mehr oder weniger in das System von drei Ländern integriert bin, habe ich auch das Vergnügen mich mit drei verschiedenen behördlichen Strukturen vertraut zu machen. Das betrifft so fundamentale Fragen wie: wo zahle ich Steuern? wo kann/muss ich mich krankenversichern? und in welchem Land muss ich mich arbeitslos melden (wird hoffentlich nicht relevant werden!)? Für solche Fragen würde man sich wahrscheinlich erstmal an die diversen standardisierten Online-Hilfszentren wenden. Da bin ich allerdings immer sehr schnell aus dem Raster gefallen und es half nur noch der Griff zum Telefon. Aber auch hier gilt – drei Leute, drei unterschiedliche Meinungen!

Im ersten halben Jahr war die Situation noch relativ einfach zu bewältigen. Ich lebte in Deutschland und pendelte täglich in die Niederlande. Da dies ein durchaus ‘gewöhnlicher’  Fall ist, gibt es eine Fülle von Informationen und Absprachen zwischen den Ländern wie Doppelbesteuerungsabkommen oder Ausgleichsleistungen zwischen den Krankenkassen. Also definitiv ein Beispiel einer funktionierenden EU. Mal ganz abgesehen von den Vorzügen, dass die Frage “Sollen wir uns auf einen Kaffee in Kleve oder Nijmegen treffen?” genauso trivial ist wie, ob man sich in Bonn oder Köln trifft.

Seit September 2017 bin ich nun in Bedford, United Kingdom. Und hier, fängt der Spaß an!